Weinprobe zum Stein – Die Lange Nacht der Münchner Museen 2017

Stein Magazin

Steindruckverfahren am Lenbachplatz

Samstagnacht wird es in München wieder außerordentlich kulturell: Circa 90 Museen, Sammlungen, Galerien, Kirchen sowie historisch oder architektonisch spannende Orte zeigen im Rahmen der Langen Nacht der Museen ihre Schätze. Auch für Liebhaber des Natursteins gibt es einiges zu entdecken.

Die Geologische Staatssammlung in der Luisenstraße 37/Richard-Wagner-Straße 10 lädt zu einer außergewöhnlichen Weinprobe ein: Unter dem Motto „Vom Stein zum Wein“ zeigen Experten, wie sich der Boden unter dem Rebstock auf den Geschmack des Weines auswirken kann. Interessierte können Zweigelt-Weine aus Österreich testen, die auf unterschiedlichen Böden gewachsen sind.

Wer im Anschluss an die Weinprobe Entspannung sucht, ist im Innenhof des Münchner Künstlerhauses am Lenbachplatz genau richtig. Dort sind derzeit Skulpturen aus Holz und Stein ausgestellt, die im Zuge eines Schüler-Wettbewerbs an der Städtischen Fachschule für Steintechnik entstanden sind. Nur einen „Steinwurf“ entfernt befindet sich im Inneren des Künstlerhauses die Lithografiewerkstatt, in der das Steindruckverfahren gezeigt wird.

Porträts aus Naturstein in der Glyptothek

Wer vom Stein noch nicht genug hat, sollte zum Königsplatz weiter: In der Glyptothek können Besucher das Original der Aphrodite bewundern, die das diesjährige Plakat der Langen Nacht der Museen schmückt. In der Sonderausstellung „Charakterköpfe“ sind zudem erst kürzlich restaurierte Büsten von 500 v. Chr. bis 500 n. Chr. zu sehen.

Impressionen der Langen Nacht der Münchner Museen 2017

image1
Im Innenhof des Münchner Künstlerhauses waren Arbeiten aus Holz und Stein der Münchner Steintechnikschule ausgestellt. Außerdem stellte das Haus Arbeiten aus, die sich mit dem Thema Perspektive beschäftigten. Foto: STEIN
Muenchen-3
In der Geologischen Sammlung konnten Besucher der Langen Nacht der Museen an einer Weinprobe teilnehmen, um zu testen, inwiefern der geologische Boden Einfluss auf den Geschmack des Weins hat. Foto: STEIN
Muenchen-4
Das Deutsche Museum lud Gäste zu Glühwein und Musik auf die Dachterasse ein. Foto: STEIN
Muenchen-5
In der Glyptothek sind antike Marmorköpfe zu besichtigen. Theaterstudenten haben einige Porträts in Silikon nachgebildet. Foto: STEIN

 

Könnte dich auch interessieren

Naturstein in München zum Anfassen

Stein Magazin

Aus einem gedruckten Natursteinführer wird Praxis zum Anfassen. Noch bis 13. Juli 2018 ist im Servicezentrum der Lokalbaukommission eine Ausstellung zu sehen, die zeigt, wo und wie Naturstein an Gebäuden in München verarbeitet wurde.

Naturstein-Ausstellung-Muenchen
Blick auf die Foto-Wall der zusammengetragenen Münchner Gebäude. Foto: Johann Weber
IMG_5610
Die gezeigten Fotografien sind auch im „Natursteinführer München“ abgedruckt, der 2015 publiziert wurde. Foto: Johann Weber
IMG_5604
Materialproben der Steine zum Anfassen ergänzen die Ausstellung. Foto: Johann Weber
Beethoven-Str-Dantis
Beethovenstraße 6, München. Foto: Johann Weber
Justizpalast-Muenchen
Der Justizpalast in München. Foto: Johann Weber
Marienplatz-Rathaus
Ein Teil der Fassade des Rathauses am Marienplatz in München. Foto: Johann Weber
Ettstrasse2
Polizeipräsidium in der Ettstraße 2, München. Foto: Johann Weber

Die Ausstellung basiert auf dem im Jahr 2015 von Prof. Florian Musso herausgegebenen „Natursteinführer München“. Johann Weber, Leiter der Baustoffsammlung der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität (TU) München, erfasste hierfür etwa 4.000 Gebäude des Stadtinneren und die darin verbauten Natursteine. Gebäude wie der Justizpalast, das Polizeipräsidium, das Rathaus am Marienplatz oder der Monopteros im Englischen Garten zählen zu den imposanten Beispielen, die mit Natursteinen gebaut wurden. Detailliert werden die einzelnen Gebäudeteile aufgeschlüsselt und die Art der Natursteine aufgelistet. So besteht der Sockel des Justizpalastes in der Elisenstraße aus Waldstein Granit, das Verblendemauerwerk aus Kelheimer Auerkalk und Donau Kalkstein, die Säulen, Basen und Kapitelle aus Carrara Marmor.

Aus rund 400 im Buch abgebildeten Fotos wurden für die Ausstellung 120 gewählt. „Nicht jedes Gebäude, Bauteil, Kunstobjekt kann gleich gut abgelichtet werden, sodass die Auswahl der Bilder ein wenig nach der ‚Schönheit des Fotos‘ und Verschiedenartigkeit der Verwendung geschehen ist“, erklärt Johann Weber.

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag, 9–17 Uhr
Referat für Stadtbauplanung und Bauordnung
Servicezentrum
Blumenstraße 19
80331 München

Europäisches Stein-Festival 2015

Stein Magazin

Das europäische Stein-Festival fand 2015 in Straßburg statt. Vom 26. bis 28. Juni machten etwa 120 Steinmetze und -bildhauer aus 15 Ländern den Vorplatz der berühmten Kathedrale zu ihrem Arbeitsplatz. Zum Thema “Die Botschaft der romanischen Baumeister und der rheinischen Mystik” hauten sie Skulpturen aus Sandstein, die später ersteigert werden konnten.

Straßburg bot die perfekte Kulisse für die Arbeit am Naturstein, aber auch für die Nachwuchsarbeit. Denn im belebten Touristenort Straßburg fanden auch viele junge Leute ihren Weg zu den traditionellen Handwerkern. Martina Hartwich-Wolf von der Kunstgießerei Strassacker, Partner des Festivals, glaubt: “Gerade bedingt durch die Aufgabenstellung und deren Realisation haben einige junge Menschen Interesse an diesem Beruf gefunden.” Von Totenköpfen über Reliefs und Konsolen bis hin zu Fabelwesen reichten die Umsetzungen des Themas aus einem jeweils 20 x 30 x 30 cm großen Sandstein.

steinfestival_2015_3
Die Gewinner mit ihren Arbeiten. Foto: Konrad Lenz
steinfestival_2015_2
Weitere Impressionen vom Stein-Festival in Straßburg. Foto: Konrad Lenz
steinfestival_2015_7
Foto: Kunstgießerei Straßacker
steinfestival_2015_4
Foto: Konrad Lenz
steinfestival_2015_5
Foto: Kunstgießerei Straßacker
steinfestival_2015_8
Kunstgießerei Straßacker präsentierte die Vielfalt der Möglichkeiten der Verbindung von Bronze und Naturstein. Foto: Kunstgießerei Straßacker
steinfestival_2015_9
Foto: Kunstgießerei Straßacker
steinfestival_2015_1
Foto: Konrad Lenz

Die besten Arbeiten unter den Skulpturen von Lehrlingen, Gesellen oder Meistern auf dem Stein-Festival in Straßburg wurden ausgezeichnet. Die Gewinner sind:

Milleniumspreis der Stadt Straßburg:
Ongky Wijana, Bali.

Meister:
1. Philippe Smith, Kanada
2. Danny Barber, Kanada
3. Nicolas Helmer, Frankreich

Steinmetzlehrlinge:
1.  Martin Kuster, Straßburger Münsterbauhütte / Frankreich
2. Dimitri Marquet, Frankreich
3. Lucas Finance, Frankreich

Steinbildhauerlehrlinge:
1. Gwendoline Barré, Frankreich
2. Tomas Petukauskas, Litauen
3. Richard Bossons, England