Kreativ und am Puls der Zeit: Lebenssteine

Stein Magazin

Ulrike Horn ist Dozentin für Deutsch und Gestalten an einer Berufsfachschule, PR-Beraterin und Kommunikationstrainerin mit verschiedenen Lehraufträgen für Verhandlungsführung sowie Rhetorik, gleichzeitig ist sie gelernte Steinmetzin. Sprache und Handwerk charakterisieren ihre berufliche Laufbahn. Sie kennt die Problematik des sich wandelnden Marktes im Grabmalbereich und die mangelnde Nachfrage nach kreativen Natursteinobjekten. Für sie kein Grund, den Kopf  in den Sand zu stecken. Sie entwickelte eine innovative Produktidee für das Steinmetzhandwerk: Mit dem Begriff „Mein Lebensstein“ bezeichnet sie Natursteinarbeiten, die als individuelle Wohlfühlobjekte mit Selbstdarstellungswert die Kreativität des Handwerks in den Vordergrund rücken.

Wie kamen Sie zum Steinmetzhandwerk?

Den Wunsch Bildhauerin zu werden, hatte ich schon als Jugendliche, doch auf Anraten meiner Eltern studierte ich erst Germanistik. Ich hatte ein Faible für Sprache und genoss die Studienjahre. Den Traum von der Bildhauerei gab ich jedoch nicht auf. Noch während der Abschlussprüfungen begann ich mit der Lehre an der Dombauhütte in Bamberg. Nach mehrjährigen Erfahrungen in der PR-Branche und im Journalismusbereich konnte ich die Ausbildung beenden. An eine weiterführende Arbeit als Bildhauerin war in unserer Werkstatt jedoch nicht zu denken, weil aufwendige und kreative Objekte kaum nachgefragt waren. So orientierte ich mich neu, besann mich auf mein Studium und wurde Kommunikationstrainerin und Dozentin in der Erwachsenenbildung. Hier ergab sich bald eine Verbindung zum Steinmetzhandwerk. Ich biete in Ingolstadt und Wunsiedel immer wieder Kommunikationsseminare für Steinmetze/-innen an, halte Vorträge (z.B. zu den Lebenssteinen) und berate Steinmetze/-innen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Textgestaltung.

Wie entstand die Produktidee der Lebenssteine?

Ich habe selbst erlebt, dass keine große Nachfrage nach kreativen Steinmetzen besteht. Obwohl ich überzeugt bin, dass die Faszination für das Handwerk eigentlich ungebrochen ist. Das Handwerk ist attraktiv, nur das Produkt „Grabstein“ im herkömmlichen Sinn wollen immer weniger Menschen haben. Natürlich werden die wenigen wunderschönen deutschen Friedhöfe als weitläufige Parks ihre Attraktivität behalten. Doch die unzähligen kleinen Friedhöfe in Stadt und Land werden mittelfristig keinen Grabsteinmetzen mehr ernähren. Für mich folgt daraus, dass der Steinmetz sich auf seine Wurzeln besinnen muss. Es gab ein Leben vor dem Grabstein. Eine Zeit in der Steinmetze Burgen, Schlösser, Kirchen und Kathedralen bauten und mit wunderbaren Kunstobjekten ausstatteten. Dazu brauchen wir ein neues Produkt! Frühere Generationen ließen stolz und selbstbewusst Bildnisse und Portraits aus Stein anfertigen. Ich sehe im „Lebensstein“ die ideale Ausdrucksform für unsere Zeit.

Was ist ein Lebensstein nun genau?

Man könnte sagen, „Mein Lebensstein“ ist Lebensgefühl zum Anfassen. Er ist ein Stück Natur von Hand gemacht. Dabei bringt „Mein Lebensstein“ eine optimistische Grundhaltung zum Ausdruck: Er steht für Vitalität und Lebensfreude. „Mein Lebensstein“ spricht Menschen an, die ihr Leben selbstbewusst gestalten und bereit sind, für ein schönes und individuell gestaltetes Objekt etwas auszugeben. Sicher kennen Sie auch den Seufzer: „Ach, das ist aber ein schöner Stein. Der ist eigentlich viel zu schön für den Friedhof!“ – da sage ich: “Richtig!” Viele Objekte sind tatsächlich zu schade für den Friedhof, weil sie dort keiner sieht! Warum machen wir so etwas Schönes nicht einfach für Menschen, die sich daran freuen können? Warum stellen wir schöne Objekte nicht in unseren Garten, in die Firma, ins Haus oder in die Wohnung? Warum genießen wir nicht im täglichen Leben die positive Kraft, die von einem solchen Objekt mit bleibendem Wert ausgeht? So ein Objekt eröffnet auch dem kreativen Steinmetz neue Chancen. „Mein Lebensstein“ bietet ihm neuen Gestaltungsfreiraum und erweitert sein bisher bestehendes Angebot. Als positives, kraftvolles Natursteinobjekt verjüngt er darüber hinaus das Image des Steinmetzhandwerks.

Wie sollte ein Steinmetz vorgehen, wenn er ein solches Produkt vermarkten will?

Das Tagesgeschäft in einem normalen Steinmetzbetrieb ist unglaublich hektisch. Zwischen Kundenberatung, Telefon, Friedhof und Werkstatt bleibt definitiv keine Zeit, ein Produkt zu vermarkten, für das es noch keine Nachfrage gibt. Ich denke, wir müssen zunächst eine Nachfrage schaffen. Kunden müssen auf das Produkt aufmerksam werden. Dabei muss man ganz klar sehen, dass nicht jeder Steinmetz handwerklich in der Lage wäre, einen Lebensstein anzufertigen. Wer nur mit Importsteinen handelt, ist sicher nicht der richtige Ansprechpartner für einen Kunden, der einen Lebensstein möchte. Umgedreht kann der Kunde von außen nicht beurteilen, wie kreativ ein Steinmetz tatsächlich ist. Der Laie kann ja die fertig gekauften Import-Gartenobjekte kaum von den handgearbeiteten Stücken unterscheiden. Hier sehe ich meine Aufgabe. Ich stelle die Verbindung her zwischen dem Kunden und einem Steinmetz. Dreh- und Angelpunkt ist hierbei das Internetportal www.mein-lebensstein.de.

Was bietet diese Plattform?

Das Portal bietet eine Galerie, in der Steinbildhauer/-innen ihre Lebenssteine vorstellen. Während der Landesgartenschau Bayreuth sind in dieser Galerie die sieben Objekte der Sieger des ersten bundesdeutschen Lebenssteine-Wettbewerbs für Meisterschüler/-innen und Steinmetzmeister/-innen in Bayern ausgestellt. Für den Wettbewerb im Rahmen der Landesgartenschau waren Steine gesucht, die Lebendigkeit ausstrahlen und zum Dialog einladen. In Zukunft steht das Portal allen Steinbildhauer/-innen offen. Sie können jederzeit ihre Lebensstein-Vorschläge einreichen.
Die Kunden hingegen können sich informieren und die präsentierten Steine natürlich auch erwerben. Arbeiten, die ihnen gefallen, können sie direkt über die Seite auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken teilen. Für Kunden, die einen individuellen, eigenen Stein anfertigen lassen möchten, eröffnet das Portal die Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen sozusagen „begleitet zu entwickeln“. Der Kunde konkretisiert im ersten Schritt mit einem kleinen Fragebogen seine Wünsche. Im zweiten Schritt kann er sich Skizzen und Modelle anfertigen lassen, um eine genaue Vorstellung von seinen Lebensstein zu gewinnen, bevor er schließlich im dritten Schritt einen Steinmetzen mit der Umsetzung beauftragt.

Erfahren Sie hier mehr zu unserer Interviewpartnerin Ulrike Horn. STEIN informiert Sie über die weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Produktidee „Mein Lebensstein“. In STEIN im März 2016 können Sie ein Interview mit einem Sieger des Lebenssteine-Wettbewerbs, Günter Schinn, nachlesen.

 

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Know-how teilen: Finalit-Franchise expandiert, neuer Partner in NRW

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Das erfolgreiche „Finalit StoneCare“-Franchise-System wird weiter ausgebaut. Insgesamt gibt es diese Struktur seit drei Jahren bei dem weltweit tätigen Unternehmen für die professionelle Reinigung von Natur- und Kunststeinen. Neuer Partner für das Ruhrgebiet West und Düsseldorf ist die Anstone GmbH aus Marl.

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Neuer Franchise-Partner von Finalit für die Regionen Ruhrgebiet West und Düsseldorf: Andreas Nouskas, Geschäftsführer von Anstone aus Marl. Foto: Finalit
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Auf https://www.finalit-franchise.com finden Interessierte umfassende Informationen zur Struktur der Partnerschaft und eine Online-Bewerbung ist möglich. Screenshot: STEIN/Finalit

Neuer Partner Anstone für Ruhrgebiet West und Düsseldorf

Zum Sortiment von Finalit gehören Produkte für die Reinigung, Pflege, Schutz und Imprägnierung, die im Baufachhandel erhältlich sind – alles Eigenentwicklungen. Außerdem wird die fachgerechte Ausführung von Dienstleistungen in privaten und öffentlichen Bereich angeboten. Vor drei Jahren startete „Finalit-StoneCare“ mit einem eigenen Franchise-System für die Ausführung der Reinigung und Pflege mit Finalit-Produkten. Die Ausführung der Arbeiten als eigenständige Dienstleistung sieht Finalit als großes Geschäftsfeld mit viel Potenzial. „Dafür schulen, beraten und unterstützen wir unsere Partner von Anfang an und bieten, neben bewährten Produkten, Gebietsschutz, regelmäßigen Erfahrungsaustausch im Partner-Netzwerk und unterstützen mit Marketingaktivitäten“, erläutern die beiden Geschäftsführer der Finalit StoneCare GmbH, Evangelos Iordanidis und Michael Epple, das Konzept. Für die bundesweite Ausführung der Dienstleistung gibt es bisher in Deutschland zehn Franchisegebiete mit selbstständigen Partnern.

Seit Oktober 2019 ist die Anstone GmbH mit Geschäftsführer Andreas Nouskas aus Marl neuer Franchise-Partner für das Gebiet Ruhrgebiet West und die Region Düsseldorf. Bevor er sich der Kaufmann für die Partnerschaft entschieden hat, hat er bereits zwei Jahre mit Finalit zusammengearbeitet. „Ich bin ein Fan von Natursteinen. Für die Reinigung und die Pflege von Kunst- und Natursteinen und anderen Belagsmaterialien sind Finalit Produkte ein echter Problemlöser. Zudem haben mich die fundierte Ausbildung, die fachliche Unterstützung der Steinpflegeprofis rund um die Uhr sowie die Bekanntheit der Marke Finalit und das Netzwerk aus Industriepartnern, Architekten und öffentlichen Auftraggebern überzeugt“, so der Jungunternehmer. Bereits verschiedene Aufträge hat er mit seinen Mitarbeitern ausgeführt, wie die Reinigung von Marmorböden mit Rossa Portogalo und keramischen Mosaikfliesen im Schauspielhaus Düsseldorf, eine Treppenbehandlung in einem Hotel in Oberhausen sowie die Entfernung von Rückständen von Epoxidharz in einem Fitness-Center.

Franchisenehmer werden geschult und regelmäßig fortgebildet

Für ihre Aufgaben erhalten die neuen Partner ein Unternehmenscoaching, werden intensiv fachlich geschult und erhalten laufende Unterstützung bei den Projekten sowie regelmäßige Schulungs- und Weiterbildungsangebote. Dazu kommt eine Profi-Ausstattung: ein Produktkoffer, Anwendungshandbuch, ein Musterfächer sowie die Finalit-App. Eingehende Kundenanfragen werden an den jeweiligen Partner in der Region weitergeleitet. Im Gegenzug für das Leistungspaket zahlt der Lizenznehmer eine Einstiegsgebühr und monatliche Umsatzbeteiligung.

www.finalit-stonecare.de

www.finalit-franchise.com

Barock am Berliner Schloss

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Am 12. Juni 2013 wurde der Grundstein für den Bau des neuen Berliner Schlosses als Humboldt Forum gelegt. Gut zwei Jahre später begann die Firma F. X. Rauch mit der Fassadenverkleidung im Schlüterhof. Zum Bergfest ziehen wir eine Zwischenbilanz.

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Der Schlüterhof des Berliner Schlosses im August 2016: Die Fassadenarbeiten laufen auf Hochtouren. (Foto: Julia Wolpert)
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Das historische Kapitell des Berliner Schlosses dient als Vorlage für die Bearbeitung. (Foto: F. X. Rauch GmbH & Co. KG, München)
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Von Hand bearbeitet: Ein Steinmetz braucht für ein Werkstück etwa vier Monate. (Foto: F. X. Rauch GmbH & Co. KG, München)
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In Berlin angekommen, wird das fertige Kapitell an den für ihn vorgesehenen Platz versetzt. (Foto: Julia Wolpert)
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Nach dem Versetzen wird es durch eine Gewindestange mit der Säule verankert. (Foto: Julia Wolpert)
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Im August 2016 ist die Fassade im Schlüterhof schon bis zur Unterkante des zweiten Obergeschosses hochgezogen. (Foto: Julia Wolpert)
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In einem Jahr soll der Schlüterhof wie auf dieser Computersimulation aussehen. (Foto: Förderverein Berliner Schloss, eldaco Berlin)

Etwa vier Tonnen wiegt das Kapitell aus Warthauer Sandstein. Die Fassadenarbeiten am Berliner Schloss sind in vollem Gange und barockisierendes Dekor hält Einzug in die größte Kulturbaustelle Europas. Der Neubau wird sich gut in das weitestgehend erhaltene Gebäudeensemble von Berlins Mitte einfügen. Zudem schafft das Großprojekt Arbeitsplätze – auch für Naturstein verarbeitende Unternehmen. Bis zu 700 Menschen arbeiten gleichzeitig auf der Baustelle.

F. X. Rauch konnte sich insgesamt sechs Aufträge im Rahmen des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses sichern: die Außenfassade zur Schlossfreiheit (Westfassade), die Rücklagenfassaden und die Hofportale I, V und VI im Schlüterhof sowie die Fassadenarbeiten am Hofportal IV. Parallel zum Auftrag erhielt F. X. Rauch eine Architektenplanung des Bauherrn, die die groben Züge der Fassade durch Ansichten, Schnitte und Detailpläne darstellte. „Daraus haben wir eine Werk- und Montageplanung erstellt, die der Bauherr freigeben musste“, so Rauch.

Warthauer Sandstein

Für die Natursteinarbeiten verwendet das Münchner Unternehmen fast ausschließlich Warthauer Sandstein. Der Stein wird in einem eigens für das Großprojekt gepachteten Steinbruch im polnischen Wartowice (Warthau), etwa 300 Kilometer von Berlin entfernt, abgebaut. Da in Berlin kein richtiges Lager vorhanden ist, muss das gelieferte Material schnell verbaut werden. Eine enge Taktung der Lieferungen und eine entsprechend reibungslose Logistik sind unverzichtbar. Die Natursteinarbeiten umfassen unter anderem Fensterumrahmungen, Gesimsbänder, Säulen, Kapitelle und Balustraden. Auch Steinbildhauerarbeiten wie Wappenkartuschen, Reliefs und Königsporträts werden in mühevoller Handarbeit von Steinmetzen und Steinbildhauern erstellt.

Als die Fassadenarbeiten im Februar 2015 begonnen wurden, war es nur schwer vorstellbar, dass aus dem Beton- Rohbau eine Rekonstruktion des Berliner Schlosses werden soll. Nun ist die barockisierende Fassade schon bis zur Unterkante des zweiten Obergeschosses hochgezogen. Am 14. September 2019 – zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt – soll die Einweihungsfeier stattfinden. Das Schloss wird neben Kunstsammlungen, Museen und einer Bibliothek auch ein großes Veranstaltungszentrum für Konferenzen, Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen beherbergen.

Erfahren Sie mehr über den Bau des Berliner Schlosses in STEIN im Oktober 2016.