Messe Leben und Tod 2017

Stein Magazin

Die Messe Leben und Tod

Zum achten Mal fand die Messe Leben und Tod“ statt und verzeichnete mit 4.336 Besucherinnen und Besucher – 510 mehr als im Vorjahr – einen neuen Besucherrekord. Mitte Mai erhielten Besucher in der Messe Bremen vielfältige Einblicke in die Themen Leben und Tod. Die Trends, die man dort erfahren konnte, sind auch für Steinmetzen interessant. 

Die Jährlich stattfindende Messe beschäftigt sich mit den Bereichen des Lebens, Sterbens, der Trauer und des Abschieds. 70 Referenten informierten in vielfältigen Vorträgen und Workshops die Teilnehmer über diese Thematiken und insgesamt 128 Händler, Hersteller, Künstler, Vereine und Verbände präsentierten ihre Produkte, Dienstleistungen und Informationen. Der Fokus lag unter anderem auf der Vorsorge, der Pflege, der Begleitung, dem Abschiednehmen, der Trauer sowie dem Sterben in Würde.
Die Messe zielt nicht nur auf die Zielgruppen der Haupt- und Ehrenamtlichen aus der Hospiz- und Altenpflege, dem Bestattungswesen, Seelsorgern aus dem Bereich Friedhof ab, sondern auch auf alle anderen Interessierten und allgemein Menschen, die von diesen Themen betroffen sind. Es soll ein Forum geschaffen werden, in dem man sich offen und in harmonischer Atmosphäre austauschen und Fragen stellen kann.

Dr. Eckart von Hirschhausen
Dr. Eckart von Hirschhausen eröffnete mit launigen Betrachtungen über das Leben, das Altern, den Tod und den Humor die diesjährige LEBEN UND TOD. (Foto: MESSE BREMEN/Jan Rathke)
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Bei der LEBEN UND TOD tauschen sich Fachleute und Laien über Sterben, Tod und Trauer aus. (Foto: MESSE BREMEN/Jan Rathke)
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Wie Erinnerungen an einen lieben Menschen bewahren? Die Messe LEBEN UND TOD bietet dafür viele Anregungen. (Foto: MESSE BREMEN/Jan Rathke)

Trends und neue Formen in der Bestattungskultur

Auf der Messe LEBEN UND TOD war zu erkennen, dass sich die Bestattungskultur im Wandel befindet. Die Erdbestattung im Sarg wird durch die immer weiter verbreitete Feuerbestattung ersetzt. Dies hat zur Folge, dass sich auch Grabmale zunehmend verändern. Immer häufiger werden „Angebote, die Grabpflege beinhalten beziehungsweise ganz ohne auskommen“ nachgefragt, erklärt Alexander Helbach vom Aeternitas e.V. So werden „zum einen diverse Formen von gärtnergepflegten Gemeinschaftsgrabstätten, wie Memoriam-Gärten, zum anderen Kolumbarien, Baumbestattungen (in Wäldern, aber auch auf Friedhöfen) oder Seebestattungen“ immer interessanter für die Angehörigen.

Dies bestätigt auch Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e. V. „Sogenannte pflegefreie oder pflegearme Grabanalgen werden zunehmend bevorzugt. Die Grabpflege erfolgt dabei gemeinschaftlich durch einen Anbieter. Vor allem ein Vorteil für Menschen, die weit weg wohnen, aber einen gepflegten Ort vorfinden möchten.“ Das Grab repräsentiert nicht mehr, wie es noch vor vielen Jahren der Fall war, den gesellschaftlichen Stand. Es stehen andere Aspekte, wie Mobilität, Kosten und vor allem Individualität verstärkt im Mittelpunkt. „Allerdings muss bei Grabanlagen beachtet werden, dass es sich hierbei um ein künstlerisches von Steinmetzen gestaltetes Gesamtarrangement handelt und eine individuelle Gestaltung nicht möglich ist“, fügt Wirthmann hinzu.

Erinnerungsdiamanten

Immer häufiger erscheinen neue Möglichkeiten des persönlichen und individuellen Abschieds. So wurden auf der LEBEN UND TOD Erinnerungsdiamanten, die aus der Teilasche des Verstorbenen entstehen, vorgestellt – eine Form, die ohne ein Grabmal auskommt und den Wunsch nach Individualität erfüllt.

Allerdings schaut Wirthmann dieser außergewöhnlichen und extravaganten Bestattungsform kritisch entgegen. „Man sollte im Hinblick auf die psychologische Trauer vorsichtig sein“, sagt er. „Die Aufgabe eines Bestatters ist es, die Menschen zu begleiten und nicht alles zu machen, was sich der Kunde wünscht, sondern auch auf die Konsequenzen hinzuweisen. Und diese Variante könnte durchaus problematisch sein. Denn bei Erinnerungsdiamanten bleibt ein Rest der Asche übrig und verunklart trauerpsychologisch, wo der Verstorbene letztendlich ist“, merkt Wirthmann an. Auch Helbach erklärt, dass außergewöhnliche Varianten, wie Erinnerungsdiamanten, weiterhin eine absolute Ausnahme darstellen werden.

Zukunft des konventionellen Grabsteins

Mobilität, Individualität und Einäscherung. Diese Aspekte gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Bestattungskultur. Da stellt sich die Frage: Hat der konventionelle Grabstein noch Zukunft? – „Definitiv, ja“, antwortet Oliver Wirthmann. Auch wenn sich die Bestattungskultur, vor allem durch die Feuerbestattung, verändert, werden neue Alternativen geboten. „Über viele Jahre hat sich die Kultur der Grabsteine entwickelt. Seine Kultur begann dort, wo Menschen auch begonnen haben Steine aufzurichten“, erklärt Wirthmann. „Die Art und Gestaltung der Grabsteine wird sich zwar verändern, aber Grabsteine wird es immer geben. Sie gehören zum Grundbestand menschlicher Kultur und Zeichen gegen den Tod“, fügt Wirthmann hinzu.

Davon ist auch Helbach überzeugt: „Der konventionelle Grabstein, der über Jahrzehnte das Erscheinungsbild vieler Friedhöfe prägte, wird sicherlich nicht ganz verschwinden.“ Allerdings ist es wichtig, auf die Kundenbedürfnisse und -wünsche einzugehen. Helbach sieht Chancen für einfache, aber ansprechend und individuell gestaltete Grabmale, vor allem in Gemeinschaftsgrabstätten. Wirthmann ist von der Feuerbestattung überzeugt, denn sie bietet zahlreiche Möglichkeiten zur nachgelagerten Bestattung. „Damit Grabsteine allerdings weiterhin attraktiv bleiben, müssen den Menschen auch die Alternativen nähergebracht werden“, betont Wirthmann.

Es muss nicht immer der große Grabstein der bekannten Massenware sein. Kleine und individuelle Grabsteine oder Grabzeichen aus Stein sind möglich. Darüber hinaus ist es essentiell, dass „auf Friedhöfen einheitliche Regeln gelten und Vorgaben gemacht werden, damit ‚kein bunter Fleckenteppich’ entsteht. Gleichzeitig soll die Regelungsdichte und -breite einfach gehalten werden“, stellt Wirthmann fest, damit die individuellen Kundenwünsche berücksichtigt und ein bestimmter Gestaltungsfreiraum geboten werden könnten.

Die nächste Leben und Tod findet am 4. und 5. Mai 2018 statt.

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Berchtesgaden vergibt beliebte Grabplätze per Los

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äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Losverfahren sichert faire Vergabe

Deutschlandweit leeren sich die Friedhöfe. Deutschlandweit? Nein. Ein kleines bayrisches Städtchen hat so beliebte Grabstätten, dass es ein Losverfahren durchführt.


Berchtesgaden
Berchtesgaden in Bayern hat mit dem Alten Friedhof eine altehrwürdige, äußerst beliebte letzte Ruhestätte. Foto: Berchtesgadener Land Tourismus GmbH

Der Alte Friedhof in Berchtesgaden ist schön und altehrwürdig, 1685 an einem terrassierten Steilhang angelegt. Er steht unter Denkmalschutz und ist geprägt durch imposante Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Und er ist eine begehrte letzte Ruhestätte – die Friedhofsverwaltung der Gemeinde hat deshalb einen ungewöhnlichen Entschluss gefasst: Die Wiederbelegung hat im Juli mittels Losverfahren stattgefunden. 140 Erdbestattungs- und 60 Urnengräber hat die Stadt neu vergeben. Rund 280 Bewerber nahmen am Verfahren teil. Zugelassen wurde, wer einen Wohnsitz im Friedhofsverbandsgebiet und einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Oliver Wirthmann, der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Bestatter, hält das unkonventionelle Verfahren für ein gutes Zeichen für die Friedhofskultur. In Zeiten, in denen der Trend zu Urnenwänden und Friedwäldern stetig wächst, klagen deutsche Friedhöfe sonst ja eher selten über Platzmangel.

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Emnid spiegelt diese Entwicklung wider: Nur jeder vierte Deutsche will demnach noch in einem Sarg und unter der Erde begraben werden. Fast zwei Drittel lassen sich einäschern. 13 Prozent derer, die auf einem Friedhof bestattet werden wollen, setzen dabei auf Urnenwände oder ein Grab unter einem Baum – Motto: möglichst pflegeleicht für die Hinterbliebenen.

Für die Grabplätze in Berchtesgaden haben sich vor allem Bürger beworben, die in ihrer eigenen Gemeinde bestattet werden wollen. Der Alte Friedhof war zuvor jahrzehntelang voll belegt. Nur Alteingesessene, deren Familien noch ein Grabrecht besaßen, konnten ihre Verstorbenen auf dem Friedhof bestatten. Er umfasst ingesamt rund 1.500 Grabstätten. 200 von ihnen sind nun in einem fairen Verfahren neu vergeben.

Homeoffice mit Han Solo

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Seit 40 Jahren schlägt das Imperium zurück: Am 17. Mai 1980 wurde die nach heutiger Zählung fünfte, damals zweite Star-Wars-Episode „The Empire Strikes Back“ im Kennedy Center zu Washington D.C. uraufgeführt. Die globale Fangemeinde der mächtigen Space-Opera-Saga ist groß und das Portfolio an Merchandise-Artikeln scheint unendlich. Eine ganz besondere persönliche Hommage an seine Helden aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit hat sich Hausbesitzer Rob Equi aus Sacramento geschaffen – mit hellen und dunklen Belägen von Neolith.

THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Der Boden des Star-Wars-Homeoffice soll an das Holo-Schachbrett aus dem Millennium Falken erinnern. Es besteht aus Neolith in den Varianten „Basalt Black Satin“ und „Cement Satin“. Foto: Neolith
THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Kreatives Umfeld für die Heimarbeit: Augenarzt Rob Equi hat sich, unterstützt von der Designerin Miche Victoria, sein privates Star-Wars-Universum ins Büro geholt. Foto: Neolith
THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
Vorn kann der Hausherr chillen, dahinter ist Han Solo in Karbonit eingefroren. Foto: Neolith
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Das Homeoffice finden Sie ganz leicht: Links an Boba vorbei, und dann treffen Sie auch gleich den Death Trooper, der es bewacht. Foto: Neolith
THESIZE SURFACES - NEOLITH  Almassora - Castellón - Spain
California Dreaming: Krieg-der-Sterne-Erfinder George Lucas hat in Marin County seine fulminante Skywalker Ranch, Dr. Rob Equi hier in Sacramento sein persönliches kleines Star-Wars-Universum. Foto: Neolith

Ein neues Homeoffice

An seinem sechsten Geburtstag spürte er zum ersten Mal die Macht: Es war der 25. Mai 1977, der Tag an welchem der erste Star-Wars-Film „A New Hope“ in den Kinos anlief, und wie Rob Equi sich erinnert, fand ein Familienausflug dazu statt. Seither ist der Krieg der Sterne fester Bestandteil seines Lebens. Der kleine Junge von damals ist heute Arzt und Netzhautspezialist, was ihm – ähnlich wie seinen Jedi-Vorbildern – erlaubt, beruflich Laser zu benutzen.

Als er nun mit seiner Familie das Wohnhaus renovierte, entschloss er sich, seinem Homeoffice und dem angrenzenden Loungebereich einen besonderen Touch zu verleihen: „Ich wollte einen Raum haben, der unter dem Star-Wars-Motto stand. Ich hatte eine ganze Reihe von hochwertigen Erinnerungsstücken, die ich auf coole, lustige und eindrucksvolle Weise zur Schau stellen wollte und dafür wollte ich einen Platz haben, zu dem ich nach der Arbeit hingehen und in meine Kindheit eintauchen kann.”

Die Designerin schlägt zurück

Nachdem Equi schon während der ersten drei Bauphasen mit Miche Victoria, Senior Designerin bei Benning Design Construction, zusammengearbeitet hatte, vertraute er ihr vorbehaltlos an, sein ganz besonderes Anliegen zu verwirklichen. „Ich habe ihr in groben Zügen gesagt, was ich wollte. Es musste ein bewohnbarer Büroraum sein, deshalb durfte es nicht aussehen wie an einem Filmset, aber gleichzeitig wollte ich auch einige Designelemente, die mich an dieses Universum erinnerten. Beispielsweise ist die Beleuchtung in diesen Filmen ein sehr wichtiges Motiv.” Auf ihrer Suche nach ikonischen Szenen fand Victoria Inspiration in der ursprünglichen Trilogie.

Die Rückkehr des Holo-Schachbretts

Oft ist der Bodenbelag der erste Schritt in Miche Victorias Designprozess, weil er die Grundlage für alles andere ist – so auch hier. So zeigt sich das Geläuf in Equis Homeoffice unwissenden Augen als ein kreisförmiges, modern anmutendes Schwarz-Weiß-Muster. Für Star-Wars-Fans ist es eine Hommage an das Brett, auf dem Chewbacca und C-3PO in Han Solos Raumschiff, dem Millennium Falken, Holo-Schach spielen.
Designerin Victoria wollte ein Material, das zu den anderen Designelementen passt und auf das sie große Stücke hält: Neolith-Beläge, vom Hersteller gesinterter Stein genannt, hatte sie schon mehrfach in anderen Projekten eingesetzt und ist von diesen Porzellankeramiken überzeugt. Sie geht sogar so weit, zu sagen: „Für mich kommen keine anderen Materialien in Frage. Für ein kundenspezifisches Design wie dieses war Neolith ein Kinderspiel. Man kann so viel damit machen. Die Möglichkeiten der Anpassung sind unglaublich. Es hebt sich wirklich dank seiner vielen Stärken und Finishs von seinen Wettbewerbern ab. Ich liebe diese nahtlosen Übergänge.” Um die Ästhetik des Raumschiffs aus dem Film einzufangen, vermied sie den sauberen Kontrast eines herkömmlichen Schachbretts und entschied sich stattdessen dafür, die beiden Neolith-Varianten „Basalt Black Satin“ und das Industrial-Charme verströmende „Cement Satin“ zu kombinieren.
Bei der Umsetzung des kundenspezifischen Motivs bekam die Designerin Unterstützung von den Vertriebspartnern Evolv Surfaces und Natural Stone Design Fabrication. Bauherr Rob Equi zeigt sich sehr glücklich mit dem Ergebnis: „Die Neolith-Materialien sind einfach fantastisch. Das matte Finish passt perfekt zum bewohnten Universum von Star Wars. Es ist nicht das typische Science-Fiction-Design, bei dem alles auf Hochglanz poliert, neu und utopisch ist.”

Jedi-Design-Tricks

Neben dem Bodenbelag ist auch die Beleuchtung wichtig für das richtige Flair: Hinter Equis Schreibtisch erinnern zwei große hinterleuchtete Wandplatten an das Set der Kampfszene zwischen Obi-Wan und Darth Vader aus dem ersten Teil „A New Hope“, die restlichen illuminierten Wandbekleidungen in der Büro-Rotunde sind von der „Ich bin dein Vater“-Szene inspiriert. Weitere liebevolle Details und Exponate: An der Wand des Loungebereichs nebenan steht eine lebensgroße Nachbildung von Han Solo in Karbonit an der Wand. Hier ist man umgeben von Star-Wars-Devotionalien des Hausherren, wie etwa Kostümen, einem X-Wing-Pilotenhelm und einem Blaster-Nachbau. Auch wenn er selbst der größte Fan der Filmreihe im Hause ist, Rob Equis Frau und Kinder tragen seine Liebe mit zum Heldenepos aus einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit: Sie teilen sich ihr Heim mit Boba Fett, einem imperialen Death Trooper und Han Solo – sowie natürlich Chewie, bei dem es sich in diesem Fall nicht um den Wookie und besten Freund Solos handelt, sondern den Labradoodle der Familie.