Notre-Dame lieber langsam und behutsam wieder aufzubauen. Foto: C00-Lizenz/skeez/Pixabay

Dombauhütten-erfahrene Metze sind rar

Experten halten die angesetzten fünf Jahre für die Sanierung für nicht machbar. Unter anderem, weil es nicht genügend Steinmetze gibt. Über den Status Quo der Sanierungspläne und deutsche Hilfsangebote.

Schon wenige Stunden, nachdem Notre-Dame brannte, war klar: Am Geld wird der Wiederaufbau nicht scheitern. Das wird zwar kontrovers diskutiert, ist aber Fakt – bis heute haben Spender rund 900 Millionen Euro für die Sanierung der Pariser Kathedrale gespendet. Fraglicher ist schon, wie die zerstörten Teile erneuert werden sollen: Nach historischem Vorbild oder modernen Entwürfen? Ein Dachstuhl aus Stahl statt dem Holz von über tausend Eichen? In Frankreich läuft aktuell die Bestandsaufnahme der Schäden, die Regierung hat einen Architektenwettbewerb ausgelobt. 

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat außerdem eine Zeitvorgabe ausgerufen, die Experten für nicht machbar halten: Er will, dass die Sanierung von Notre Dame 2024 abgeschlossen ist.

Wolfgang Zehetner, Vorsitzernder der Vereinigung der Europäischen Dombaumeister, sagt im Interview mit der Deutschen Welle, das sei vor allem in Hinblick auf die nötigen Fachkräfte schwierig. Es gebe in Europa nur noch sehr wenige Steinmetze mit Erfahrung in historischen Bautechniken.

Steinmetze und -Bildhauer sind schließlich schon generell eine rare Spezies. Doch für die Arbeit an Notre-Dame brauche es außerdem Fachkräfte, die ihre Ausbildung möglichst an einer Dombauhütte absolviert haben. Diese Bauhütten seien wie “die letzten gallischen Dörfer”. Das Handwerk auf heutigen Baustellen sehe schlichtweg völlig anders aus – industriell nämlich.

Der Bundesverband Deutscher Steinmetze will die Hilfsangebote und Ideen der deutschen Steinmetze sammeln und koordinieren. Bisher haben sich mehr als zehn Betriebe und Einzelpersonen mit konkret umrissenen Angeboten oder Ideen gemeldet. Außerdem sammeln Steinmetze und Bildhauer in einer Facebook-Gruppe zur Zeit Unterstützungsangebote, die sie dem BIV gebündelt weitergeben wollen.

Dabei könnten entweder Stücke in Betrieben und Ausbildungsstätten gefertigt und zentral nach Paris geliefert werden. Möglich wäre auch, dass Steinmetze und Lehrlinge vor Ort in Paris helfen.

 BIV-Sprecherin Sybille Trawinski sagt, die Hilfsangebote böten auch die Chance, das hohe Fachwissen und die Spezial-Kenntnisse der Steinmetze in der Denkmalpflege zu zeigen 
und auf internationalem Niveau einzubringen. Und einen Beitrag für die europäische Gemeinschaft und den Kulturerhalt zu leisten. “Nicht zuletzt geht es auch um die deutsch-französische Freundschaft und den Gemeinsinn eines Gewerks, auch über Ländergrenzen hinweg”, so Trawinski.

BIV koordiniert die Hilfsangebote von Firmen und Einzelpersonen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Denkmalpflegerin  und ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner beauftragt, sich um deutsche Hilfsangebote für die Kathedrale zu kümmern. Mit ihr steht der BIV in Kontakt. Aber es geht um mehr als ums Steinmetzhandwerk – zum Beispiel auch um deutsches Eichenholz und um Daten. Denn das Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte der Uni Bamberg hat das Querhaus, das besonders unter dem Brand gelitten hat, im Rahmen eines Projekts zu gotischen Kirchenportalen von 2015 bis 2018 eingehend untersucht und mit 3D-Scantechniken vermessen.

Auch die Wissenschaftler plädieren dafür, Notre-Dame behutsam statt überstürzt zu sanieren. Kunsthistoriker Stephan Albrecht sagt in einem Arte-Interview, er halte zehn Jahre Restaurationszeit für sinnvoll. Andernfalls fürchte er um die historische Substanz. Denn schließlich dauerte der Bau einer der wichtigsten europäischen Kulturdenkmäler ursprünglich rund 200 Jahre.

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Öffentlichkeit und Nachwuchsförderung durch die Titel Miss und Mister Handwerk

Die 26-jährige Dana Bernert ist Steinmetzin im Saarland und nimmt als einzige Kandidatin für das Steinmetz-Handwerk am Wettbewerb “Germany’s Power People” teil. Eine Jury kürt im März 2020 Miss und Mister Handwerk.

Der Wettbewerb, der Miss und Miss Handwerk kürt, läuft so ab: Handwerkerinnen und Handwerker bewerben sich im ersten Schritt für ein Fotocasting. Auf der Wettbewerbs-Plattform können Nutzer alle Bewerber sehen, nach Kategorien filtern und selbst mitvoten. Die Stimmen aus dem Voting und eine Jury entscheiden, wer an dem Shooting teilnimmt.

Hier kann für Dana Bernert gevotet werden: www.germanyspowerpeople.de/kandidaten

In den Kalender, der aus den Fotos entsteht, schaffen es zwölf Handwerkerinnen und Handwerker. Aus diesen “Kalenderstars” nominiert die Jury sechs weibliche und sechs männliche Kandidaten, die sich schließlich auf der Internationalen Handwerksmesse um den Titel Miss und Mister Handwerk bewerben.

Der Wettbewerb flankiert die Imagekampagne des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Er soll die Handwerksberufe einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und dient der Nachwuchsförderung. Miss und Mister Handwerk vertreten ihre Zunft und die gesamte Branche anschließend ein Jahr lang in der Öffentlichkeit, zum Beispiel auf Messen und Veranstaltungen.

Kandidatin Dana Bernert sagt der “Saarbrücker Zeitung”, sie nehme teil, um andere zu inspirieren – vor allem Frauen. Sie sollen “das machen, woran sie glauben”. Die Steinmetzin selbst hat nach Abi und Bundesfreiwilligendienst in der Steinmetzwerkstatt Blug gelernt und arbeitet dort inzwischen als Gesellin. Sie will ihren Meister anhängen und später vielleicht selbst eine Firma aufbauen. Wer will, kann bis 30. August auf der Wettbewerbsseite für Bernert voten.

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Erfolgreiches Eventmanagement

Stein Magazin

446 Aussteller und 15.161 Besucher waren 2015 auf der internationalen Fachmesse für Naturstein und Natursteinbearbeitung Stone+tec in Nürnberg. So ein Großevent will gut organisiert sein. Veranstaltungsleiterin Beate Fischer von der NürnbergMesse weiß, worauf es bei der Planung ankommt und gibt uns einen kleinen Einblick in das Thema „Eventmanagement“.

 

STEIN: Was sind Ihre Aufgaben als Veranstaltungsleiterin der Stone+tec?

Beate Fischer: Als Veranstaltungsleiterin ist man für die gesamte Planung des Events verantwortlich. Das fängt schon mit der Hallenbelegung an. Die Hallen müssen nicht nur während der Laufzeit frei sein, sondern auch zur Vor- und Nachbereitung. Umrüstzeiten müssen eingeplant werden. Im nächsten Schritt muss geklärt werden, was die Messe abbilden soll. Daraufhin wird das Produktverzeichnis erstellt, Themen für mögliche Sonderschauen definiert. Bereits diese ersten Schritte erfolgen in enger Abstimmung mit den unterschiedlichen Interessensvertretern. Da gehören natürlich die Austeller dazu, aber auch Verbände, die Fachpresse und die Besuchergruppen. Daraus wird dann ein Veranstaltungskonzept entwickelt. Im nächsten Schritt folgt die Erstellung eines Zeitplans mit den nächsten Meilensteinen. Ab diesem Zeitpunkt steigt der Vertrieb aktiv ein. Natürlich kann man erst organisieren, wenn man die Aussteller auf seiner Seite hat. Das Vertriebskonzept ist ausschlaggebend für alle weiteren Schritte. Dann geht es in die Hallenplanung. Wenn es unterschiedliche Branchenschwerpunkte gibt, stellen sich die Fragen: Macht man eine Mixplanung? Teilt man die Hallen nach Branchen auf? Wie viel Volumen ist von welcher Branche zu erwarten? Entsprechend muss man die Hallen dann inhaltlich konzipieren. Und schließlich geht es natürlich auch in Ausstellergespräche für die konkreten Platzierungen.

Wie viele Leute arbeiten an einem Großevent wie der Stone+tec mit?

Das lässt sich nicht genau beziffern. Es arbeiten ja nicht nur wir, das Projektteam der NürnbergMesse, daran. Wir haben innerhalb der NürnbergMesse auch eine Kommunikationsabteilung mit Pressevertretung. Wir haben eine Werbeabteilung, die die Gestaltung, das Layout und Drucksachen macht. Das digitale Marketing kümmert sich um alles, was den Webseitenauftritt umfasst. Wir haben ein Besuchermarketing, die sich speziell um die Besuchergruppen und die Mailings kümmern. Wir haben Techniker im Haus: Veranstaltungstechnik und Logistik. Dazu kommen noch viele Servicepartner, mit denen wir Hand in Hand arbeiten: Messebauer, die Energieversorger, Gastronomie, Parkplatzbewachung und so weiter.

Wie viel Vorlaufzeit muss man für eine Messe wie die Stone+tec für Planung und Organisation einkalkulieren?

Je nachdem welchen Rhythmus eine Veranstaltung hat, beginnt man mit der Planung zwei bis sechs Jahre im Voraus. Die Schritte sind je nach Projektphase unterschiedlich intensiv. Gerade befasse ich mich natürlich mehr mit der Stone+tec 2018 als mit der 2020, aber für 2020 hat schon die Hallendisposition und –abstimmung hier am Gelände stattgefunden.

Bei der Stone+tec wollen wir wieder gemeinsam einen StudentDay auf die Beine stellen – sozusagen eine Veranstaltung während der Veranstaltung. Welche Erfahrungen haben Sie mit Events gemacht, die Sie gemeinsam mit einem externen Partner geplant haben?

Sehr positive Erfahrungen, insbesondere was die Stone+tec angeht. Als Messeveranstalter ist es für uns wichtig, die richtigen Partner zu haben, mit denen man Höhepunkte während des Events setzen kann. Und dazu gehört natürlich auch ein StudentDay, der gut vorbereitet sein will und entsprechend vermarktet werden muss. Wir arbeiten mit vielen Multiplikatoren zusammen, um ein Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Wir als Veranstalter können thematisch gar nicht so tief drin sein. Deshalb sind Partner wie Fachzeitschriften oder Verbände extrem wichtig.

Wie wird ein Event zu einem echten Erfolg?

Ausschlaggebend ist, dass man die Veranstaltung zur richtigen Zeit am richtigen Ort hat und mit den richtigen Partnern zusammenarbeitet. Ein Erfolg ist das Event für uns dann, wenn alle Seiten – Aussteller und Besucher – zufrieden sind und es für die nächsten Jahre ein fixer Termin wird.

Glauben Sie, dass auch kleine Handwerksbetriebe Kundenveranstaltungen oder Hausmessen als Marketing-Instrument nutzen sollten?

Events bieten natürlich die Möglichkeit, viele Kunden an einem Ort zu treffen mit überschaubarem Aufwand. Sie treffen Kunden, die sie sonst vielleicht nie angesprochen hätten. Auch kleine Handwerksbetriebe sollten diese Plattform, die ihnen da geboten wird, nutzen. Was das Handwerk noch mehr nutzen sollte, sind Branchenevents – sei es nun eine Messe oder eine andere Veranstaltung. Branchenevents bringen die Branche wirklich zusammen und haben großes Potential.

Gibt es Hilfsmittel, die bei der Planung eines Events unverzichtbar sind?

Ohne kleine Helferchen geht es in der heutigen Zeit natürlich gar nicht mehr. Wir arbeiten mit Programmen, die für Organisatoren ausgelegt sind. Wir planen beispielsweise mit einem CAD-Programm, das verbunden ist mit unserer Ausstellerdatenbank. Auf Ausstellerseite sind aber natürlich andere Tools notwendig, um so ein Event gut zu planen.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Punkte, an die man bei der Planung eines Events denken sollte?

Zunächst sollte man wissen, was man mit der Veranstaltung erreichen will. Daran macht sich fest, welche Maßnahmen man umsetzt. Ob man eine Abendveranstaltung daraus macht, oder ob es eine Messebeteiligung ist oder die Teilnahme an einem anderen Event. Man muss frühzeitig mit der Planung anfangen und sich Meilensteine setzen. Eine langfristige Planung ist zu empfehlen, um wirklich ans Ziel zu kommen.

Erfahren Sie hier mehr zum Thema Eventmanagement und wie Sie neue Kunden durch Veranstaltungen gewinnen können.