Irrtümlicherweise hatten wir in Stein 9/2019 berichtet, dass die SSG Solnhofen Stone Group auf der Marmomac ausstellt. Das stimmt nicht. Die Produkte der SSG wie Jura Kalkstein, Solnhofer Naturstein können jedoch auf dem Stand der JMS (Jura Marble Suppliers, Solnhofen) besichtigt werden. Die SSG ist Mehrheitsgesellschafter der JMS. Diese ist zu finden in Halle 6 Stand F2.


Die Kunstgießerei Strassacker hat die Visionen zahlreicher Architekten, Städteplaner und Künstler realisiert. „Als vor rund drei Jahren die ersten Skizzen von Pegasus & Dragon zur Prüfung in Süßen eintrafen, haben selbst die erfahrensten Mitarbeiter erst einmal ungläubig geschaut“, erinnern sich Edith Strassacker und Günter Czasny. „Die Bronzeplastik Pegasus & Dragon war schon wegen seiner einzigartigen Ausmaße eine der größten Herausforderungen unserer fast 100jährigen Firmengeschichte“, berichten die verantwortliche Geschäftsführerin und der stellvertretende Geschäftsführer des Familienunternehmens mit 500 Mitarbeitern.
Staunend haben sich auch die Autofahrer auf dem viel befahrenen U.S. Highway 1 in Miami, Florida, in den vergangenen Monaten gefragt, was dort in der Nähe des Hallandale Beach im Gulfstream Park gebaut wird. Die 33 Meter hohe und in der Sonne glitzernde Metallkonstruktion, an der sich bis zu 100 Arbeiter zeitgleich zu schaffen machten, war Tagesgespräch an der legendären Bundesstraße, die entlang der US-amerikanischen Ostküste verläuft.
Das nach Beendigung des Aufbaus im November 2014 sichtbare Ergebnis ist nicht weniger spektakulär: Was hier in achtmonatiger Bauzeit entstand, ist die weltweit größte Pferdeskulptur und eine der größten Bronzestatuen, die jemals geschaffen wurden: 33 Meter hoch, 35 Meter breit und 60 Meter lang, montiert auf einem Skelett aus 400 Tonnen Stahl, zusammengefügt aus nicht weniger als 1.250 handgefertigten und von erfahrenen Kunsthandwerkern aufwendig bearbeiteten Bronzeelementen mit einem Gesamtgewicht von noch einmal 250 Tonnen. Die Skulptur Pegasus & Dragon stellt den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse dar. Pegasus, das geflügelte Pferd der griechischen Mythologie, besiegt den Drachen. Das sich aus einer Felsformation erhebende Fabelwesen hält das Ungeheuer mit seinem Vorderhuf nieder.
Als ein Bestandteil des Projekt-Gesamtbetrags zwischen 20 und 30 Millionen U.S. Dollar bildet die errichtete Bronzeskulptur das Zentrum eines Themenparks im Gulfstream Park, der in unmittelbarer Nähe zur international renommierten Pferderennbahn im Frühjahr 2015 eröffnen wird. Initiator und Auftraggeber ist der österreichisch-kanadische Unternehmer Frank Stronach. Er ist Eigentümer des Gulfstream Park, Hallandale Beach, und hatte die Idee zu dem Projekt. Die Suche nach einem Unternehmen, das in der Lage ist, eine 33 Meter hohe Bronzeskulptur zu realisieren, führte Stronach ins baden-württembergische Süßen, dem Stammsitz der Kunstgießerei Strassacker.
„Schon die Berechnung und Entwicklung der äußerst komplizierten Stahlkonstruktion, an der die 1.250 Bronzeelemente wie ein 3D-Puzzle montiert werden sollten, war eine bisher beispiellose Herausforderung. Hinzu kam der strenge Zeitplan zur Umsetzung des Projektes. Exakt drei Jahre von der ersten Machbarkeitsstudie über die statische Berechnung, Konstruktion, Modellerstellung und Produktion, das Verschiffen der Einzelteile in rund 50 Seecontainern bis zur Montage und Installation vor Ort waren vorgegeben“, erläutert Günter Czasny, der das Projekt geplant, projektiert und mit einem Team spezialisierter Fachleute und kompetenten Kooperationspartnern umgesetzt hat.
Um die Bronzeteile auf der Stahlkonstruktion sicher zu fixieren, haben die Ingenieure und Spezialisten ein völlig neuartiges, flexibles Befestigungssystem entwickelt, das den besonderen klimatischen Bedingungen unter der Sonne Floridas gerecht wird: Denn Stahl und Bronze reagieren bei Erwärmung völlig unterschiedlich. Während die Bronzehülle der Skulptur sich bei Sonneneinstrahlung ausdehnt, bleibt die darunter liegende Stahlkonstruktion unbeweglich und starr. Zudem wurde die riesige Bronzeplastik so konstruiert und gebaut, dass sie auch dem stärksten Hurrikan trotzen kann. Hierzu waren nicht nur umfangreiche Berechnungen notwendig. Pegasus & Dragon mussten ihre Standfestigkeit unter extremsten Windbelastungen auch in mehreren Windkanaltests unter Beweis stellen.
Auch beim Zusammenbau der Bronzeteile zum Gesamtkunstwerk waren höchstes kunsthandwerkliches Können und jahrzehntelange Erfahrung notwendig. Schließlich sollte das Ergebnis die im Entwurf angelegte künstlerische und anatomische Perfektion erreichen. Dafür braucht es hervorragend ausgebildete und erfahrene Spezialisten. Deshalb haben die Spezialisten von Strassacker die Mitarbeiter der chinesischen Gießerei in den Werkstätten vor Ort über eineinhalb Jahre intensiv geschult. So vorbereitet wurden von ihnen die rund sieben bis acht Millimeter starken Bronzeelemente kunsthandwerklich bearbeitet und unter der Leitung der Spezialisten von Strassacker zum Gesamtkunstwerk zusammengebaut. Diese Bronzeelemente, jedes rund 1,5 x 2,5 Meter groß, wurden miteinander verschweißt und sorgfältig ziseliert. Beim Ziselieren arbeiten Kunsthandwerker die gesamte künstlerisch gestaltete Oberfläche mit Ziseliereisen und –meißeln, Feilen, Schabern, Schleif- und Polierwerkzeugen nach. Diese aufwendige Feinarbeit ist notwendig, um jegliche Verbindungslinien und Schweißnähte unsichtbar werden zu lassen und bringt die künstlerischen Details der Skulptur zur Geltung. Schließlich wurde dem monumentalen Werk durch das Patinieren die finale künstlerische Anmutung für das Gesamtkunstwerk verliehen. Diese spezielle Technik der Metallveredelung nimmt die natürliche Oxidation der Bronze vorweg und verleiht der Skulptur eine einzigartige, charakteristische, edle Anmutung. Für Pegasus & Dragon wurde eine antike Patina mit einem bräunlichen Grundton und grünen Nuancen umgesetzt.
Ein sehr wichtiger Meilenstein beim Aufbau der Skulptur war die Montage von Kopf und Flügeln auf dem bereits errichteten Körper des Pegasus. Um die zwischen 45 und 60 Tonnen schweren Bauteile in die endgültige Höhe von rund 33 Meter anzuheben, wurde einer der größten Schwerlastkräne der Welt eingesetzt.























Der Garten gilt als Wellnessoase, Ruhepol, zweites Wohnzimmer, aber auch als Ort des ökologischen Eigenanbaus, als Kinderspielplatz, als Statussymbol – als Ausdruck von Kreativität sowie Selbstverwirklichung. Egal wie die Menschen ihre private Grünfläche nutzen und welche individuelle Bedeutung sie ihr zumessen, der Garten hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. So hat laut ARD jeder zweite Privathaushalt einen eigenen Garten und zwei Drittel aller Deutschen ab 14 Jahren arbeiten (zumindest hin und wieder) im Garten. In der Shell Jugendstudie 2015 halten immerhin 63 Prozent der Jugendlichen eine Familie für ihr Lebensglück erforderlich – und speziell Familien ist der Erholungswert von Gärten besonders wichtig. So unterschrieben beispielsweise in den letzten fünf Jahren ganze 45 Prozent der neuen Pachtverträge für Schrebergärten junge Familien mit Kindern (Quelle: ARD).
Der Gartentrend ist auch fruchtbar für die Wirtschaft. Im Garten- und Landschaftsbau verzeichnen Betriebe einen fast kontinuierlich steigenden Gesamtumsatz, der 2014 mit 6,84 Milliarden Euro einen neuen Höhepunkt erreichte. Regionale, bundesweite oder internationale Gartenschauen sind Besuchermagnete, die die veranstaltende Region städtebaulich, touristisch und ökonomisch aufwerten. Allein zur Bundesgartenschau (BUGA) 2015 fanden sich etwa 1,05 Millionen Besucher in der Havelregion ein. Und wie reagiert das Steinmetzhandwerk auf diesen Trend? Laut der letzten Konjunkturumfrage des Volkswirtschaftlichen Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen für den Bundesverband der Deutschen Steinmetze (BIV) befindet sich die Gartengestaltung 2015 mit 2,6 Prozent des Gesamtumsatzes (der 197 befragten Betriebe) an vierter Stelle hinter Grabmal, Bau und Restaurierung. Zwar nimmt der Gartenbereich mittlerweile im steinmetzhandwerklichen Arbeitsfeld mehr Raum ein (2006: 1,5 Prozent), aber erlangt doch noch keine breite Aufmerksamkeit (Grabmal 2015: 64,9 Prozent). Wie sieht es mit der Beteiligung an Gartenschauen aus?
Steinmetze gestalten auf Gartenschauen heute vor allem zeitgemäße Friedhofskonzepte. Auf der BUGA 2015 waren 70 Mustergräber – Urnen-, Einzel- und Doppelgräber – ausgestellt. Die Gräber inspirierten, wie ein individueller Gedenkort aussehen kann. „Auf Bundesgartenschauen können Steinmetze schon vor einem akuten Trauerfall für das Thema Grab sensibilisieren“, sagt Sybille Trawinski, Geschäftsführerin des BIV. Das eigene Produkt präsentieren, Werbung machen, handwerkliches Geschick zeigen seien fruchtbare Möglichkeiten, die die Teilnahme an einer Gartenschau mit sich bringt.
So können Steinmetze den Gartentrend nutzen, um für das Thema Friedhof zu sensibilisieren. Denn der Friedhof soll heute auch Naherholungsort im Grünen sein, nicht nur Ort des Gedenkens. Spinnt man nun aber die Gedanken weiter, stellt sich doch die Frage, warum über den Garten auf den Friedhof aufmerksam gemacht wird, aber nicht explizit auf den Garten selbst? Gerade Naturstein im Garten sollte doch auch Thema sein. Ab dem 22. April 2016 werden auf der Landesgartenschau Bayreuth „Lebenssteine“ zu sehen sein. Skulpturen, die Lebensfreude widerspiegeln und den Gestaltern einen kreativen Raum geben sollen. Ein gutes Beispiel für die Einbindung von Steinmetzen außerhalb des Bereiches “Grabmalgestaltung”.
Erfahren Sie mehr zu den Chancen für Steinmetzen bei der Teilnahme an einer Gartenschau in STEIN im März 2016.









