So viel wie möglich konservieren und restaurieren

Die Bilder der brennenden Kathedrale Notre Dame in Paris erschütterten weltweit die Menschen. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass Notre-Dame in fünf Jahren wieder aufgebaut sein soll. Der Verband der Restauratoren e. V. bietet den französischen Kolleginnen und Kollegen seine Expertise in der Restaurierung und Baudenkmalpflege an.

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Am 15. und 16. April zerstörte ein Großbrand das historische Bauwerk der Kathedrale Notre Dame teilweise.

Das Feuer hat große Teile der Kathedrale, vor allem das Dach, zerstört. „Wir stehen als Berufsgruppe für das Verhindern von Verlusten an Kulturgut, umso härter trifft es dann, wenn auf einen Schlag ein Bau- und Kulturdenkmal solchen Ranges, von solcher Bedeutung für unser Nachbarland ein Raub der Flammen wird.“, lautet es in einer Pressemitteilung des Verbandes der Restauratoren e.V. (VDR) vom 17. April. Glücklicherweise scheinen nach aktuellen Presseberichten das Fundament und die Außenmauern weitestgehend gerettet zu sein.“Im Ganzen hält die Struktur Stand“, sagte Innenstaatssekretär Laurent Nuñez nach Angaben der Agency France-Presse (AFP) am Dienstag, doch gäbe esSchwachstellen im Gewölbe und einem Giebel im nördlichen Querschiff.

Internationaler Architektenwettbewerb für Vierungsturm

Geld wurde binnen Stunden in ungeahntem Umfang gespendet. Mehr als 800 Millionen Euro sollen mittlerweile für den Wiederaufbau zusammengekommen sein, vor allem von französischen Unternehmerfamilien. Frankreichs Premierminister Edouard Philippe kündigte an, dass es einen internationalen Wettbewerb für den mehr als 90 Meter hohem Spitzturm geben soll, der bei dem Brand eingestürzt war. Schon entstehen Debatten um das zukünftige Aussehen der Kathedrale.

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Prof. Dr. Jan Raue, Präsident des VDR

So werden beispielsweise Stimmen laut, den historischen Dachstuhl, der in der Gotik aus dem Holz von 1300 Eichen errichtet worden sein soll, durch eine Stahlkonstruktion zu ersetzen. Prof. Dr. Jan Raue, Präsident des VDR, spricht sich dagegen aus: „Wenn man diesen Dachstuhl, wie von einem Experten vorgeschlagen, aus Metall neu baut, würde ich das als fürchterlichen Verlust empfinden. Hoffentlich kommt man im Laufe der Diskussion zum Schluss, dass man das aus Holz rekonstruiert.“ (www.deutschlandfunkkultur.de)

Für die Zukunft der europäischen Geschichte

„Um der historischen Dimension eines Baus wie Notre Dame gerecht zu werden, bedarf es vor allem auch fachlicher Einsicht – die Verluste lassen sich nicht einfach ungeschehen machen.“, fordert der Verband. Er unterstützt den Aufruf des europäischen Restauratoren-Dachverbands, E.C.C.O. und bietet den französischen Kolleginnen und Kollegen seine gesamte Expertise in der Restaurierung und Baudenkmalpflege an. Wichtig ist ihm, so viel wie möglich von der historischen Substanz zu konservieren und zu restaurieren. „Damit nicht nur die Gegenwart etwas zum Anschauen, sondern damit französische und europäische Geschichte eine Zukunft hat“.

Bild: Marind/commons.wikimedia.org

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