Solnhofen präsentiert eine außergewöhnliche Echse

Stein Magazin
gefunden in der Solnhofener Lagune der Jurazeit. Das versteinerte Krokodil wurde auf vier Gesteinsplatten zusammengefügt und restauriert. Foto: Gemeinde Solnhofen

Das Fossilien-Museum präsentiert ein 150 Millionen Jahre altes versteinertes Krokodil aus der Jurazeit. Eine Initiative will es vor Umzügen schützen.

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Der Geosaurus, gefunden in der Solnhofener Lagune der Jurazeit. Das versteinerte Krokodil wurde auf vier Gesteinsplatten zusammengefügt und restauriert. Foto: Gemeinde Solnhofen
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Was das versteinerte Krokodil von heutigen Artgenossen unterscheidet, können Forscher dank seines guten Zustands herausfinden. Foto: Sasint/Pixabay/CC0 Creative Commons
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Die Jahresausstellung des Museums „Harte Schale, weicher Kern“ widmet sich fossilen Krebsfunden: von Glaskrebsen über Garnelen bis hin zu Panzerkrebsen. Foto: Gemeinde Solnhofen
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Blick in den Ausstellungsraum des Solnhofner Museums. Foto: Gemeinde Solnhofen


Krokodil, Urvogel und Co sollen in der Region bleiben

Das ausgestellte Meereskrokodil – genauer: der Geosaurus – gilt unter Fossilien-Fachleuten als spektakulär. Denn es hat nicht nur ein vollständiges Skelett, dank günstiger Bedingungen ist auch ein Großteil seiner Körperhaut erhalten. Für Forscher bietet das neue Untersuchungsansätze. Laut Museumsleiter Martin Röper handelt es sich um einen extrem seltenen Fund. Das Urzeit-Reptil braucht sich in Sachen Außergewöhnlichkeit also nicht hinter den Funden des Archäopteryx verstecken, die Solnhofen berühmt gemacht haben.

Es hat, anders als seine heutigen Artgenossen, glatte Haut statt Schuppen und paddelartige Gliedmaßen. Ideal für das Leben in der Solnhofener Lagune der Jurazeit. Der Geologe Wolfgang Haeckel hat das versteinerte Krokodil einst gefunden, mit Helfern auf vier Gesteinsplatten zusammengefügt und restauriert.

Es ist derzeit im Eingangsbereich des Museums ausgestellt – das sich 2018 in seiner Jahresausstellung Krebsen aus den Plattenkalken des Oberen Jura widmet. Unter dem Titel “Harte Schale, weicher Kern” können Besucher noch bis Anfang November die gesamte Palette fossiler Krebs-Funde bestaunen: von Glaskrebsen über Garnelen bis hin zu Panzerkrebsen. Viele der Stücke sind die einzigen Exemplare ihrer Art weltweit. Die Jahresausstellung ist regionaler Teil des Programms “175 Jahre Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München”. Das Museum Solnhofen zeigt in seinem PaläoZoo außerdem erstmals das Original der zweiten Urvogelart Archaeopteryx bavarica.

Die Urvogel-Versteinerungen aus Solnhofen – die ersten Funde stammen aus dem Jahr 1860 – zählen zu den wertvollsten Tierfossilien der Welt. Die Region ist der bisher einzige Fundort von Archaeopteryx-Überresten. Im Solnhofner Museum befinden sich elf Exemplare – und es sollen elf bleiben. Mindestens. Eine Initiative im Bayerischen Landtag, zu der Museumsleiter Röper eine wissenschaftliche Dokumentation beigesteuert hat, setzt sich dafür ein. Die Funde sollen in der Region bleiben, aus der sie stammen. Zwar gehen sie teilweise als Leihgaben auf Wanderschaft und werden in anderen Ländern ausgestellt, sie sollen aber nicht versteigert werden. Denn was Millionen Jahre gut in Solnhofen aufgehoben war, ist es sicher auch in Zukunft.

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Xiamen: Das neue Reich der Naturstein–Mitte?

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Anfang März war in China die 17. Xiamen International Stone Fair. Für die Messe rund um Naturstein und seine Verarbeitung kamen 2050 Händler in die Stadt im Süden der Provinz Fujian.

Seit 2001 findet in Xiamen jährlich die größte Natursteinmesse der Welt statt. Zur diesjährigen Xiamen International Stone Fair kamen über 150.000 Besucher. Ungefähr ein Fünftel davon kam aus dem Ausland zur Messe. Von den 2050 Ausstellern war circa ein Viertel nicht aus China.

Ziel der Messe ist es jährlich die neuesten Produkte, Technologien und die Ausrüstung rund um das Thema Naturstein zu präsentieren. Außerdem soll die Messe als Plattform für eine bessere weltweite Vernetzung der Steinindustrie dienen. Dabei liegt der Fokus darauf chinesische Firmen international bekannter zu machen. Xiamen selbst bezeichnet sich bereits als „global stone center“.

Nach mehreren Jahren starkem Besucherzuwachs war die Besucherzahl der Messe dieses Jahr stabil mit vergleichsweise geringerem Wachstum. Die Gestaltung der Stände war detailreich und die Präsentation der Ausstellungsobjekte gekonnt in Szene gesetzt. Die nächste Xiamen International Stone Fair wird 2018 in demselben Zeitraum wie dieses Jahr abgehalten werden.

Lichtspiele am Kloster aus Kalkstein

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Fährt man über die Asphaltstraße zum biblischen Ort Kapharnaum, wird einem das neue Kloster kaum auffallen – es ist perfekt in die Landschaft am See Genezareth eingepasst. Der robuste Kalksteinbau liegt direkt am Fuß des Bergs der Seligpreisung, dort wo Jesus seine berühmte Predigt gehalten und unten am See das Wunder der Brotvermehrung gewirkt haben soll. Schon lange steht dort eine Kirche, die Gläubigen aus aller Welt zum Gebet dient. Zehntausende von Pilgern machen jedes Jahr hier Station auf ihrer Reise durch das Heilige Land.

Eine Herausforderung für die Mönche, die seit vielen Jahren diesen Ansturm bewältigen müssen. Das alte baufällige Kloster war keine angemessene Bleibe mehr für sie. So beschloss der Deutsche Verein vom Heiligen Land, ein neues Kloster zu errichten, und beauftragte die Trierer Architekten Alois Peitz, Hubertus Hillinger und Susanne Hoffman-Hillinger. „Das war wirklich nichts Alltägliches“, sagen die drei unisono. „Ein Kloster für die Menschen des 21. Jahrhunderts, gleichzeitig aber in benediktinischer Tradition – das macht man nur einmal im Leben.“

Zehn Jahre dauerte es alles in allem: vom Masterplan bis zur Einweihung. Ganz in Anlehnung an den klassischen St. Gallener Klosterplan der Benediktiner aus dem 9. Jahrhundert entstanden zwölf  Mönchszellen, ein Refektorium, ein Kapitelsaal, ein Oratorium, eine Bibliothek, eine Rekreation, Gästezimmer und eine Küche. Das Kloster ordnet sich architektonisch der Kirche unter, die Höhe orientiert sich an ihrem Giebel. Auch die Baustoffe sind die gleichen: Kalkstein aus Hebron, mit Kalksplitt angereicherter Beton, Holz und rote, stark reflektierende Tonziegel. „Es sind zwar die gleichen Materialien“, erklärt Susanne Hoffman-Hillinger, „aber modern bearbeitet – gesägt, geschliffen oder poliert. Damit ändert sich der Glanz und die Farbe von Kalkstein und Ziegeln.

Auf den Fußböden wurden unterschiedlich große Platten verlegt und an den zurückgesetzten Außenfenstern Steinstelen angebracht – orientalische, filigrane Elemente in dem Gebäude, das sonst eher massiv wirkt. Die Oberflächen der Außenwandbekleidung sind fein gespitzt. Und durch kleine Rücksprünge in der Fassade von nur einem Zentimeter Bänderung ergeben sich, bedingt durch die Lichtverhältnisse in Israel, starke, kontrastreiche Akzentuierungen. Im Inneren des Klosters schafft die Symbiose von Beton und Naturstein außergewöhnliche Effekte: Die Oberflächen der Betonkonsolen und Sichbetondecken sind gestockt. Dadurch  kommen die hellen Zuschlagstoffe des Kalksteins zum Vorschein.

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Der heimische „Jarraa fateh“-Kalkstein kommt aus Jamaain, Nablus City, Israel. Die Oberflächenbearbeitung variiert: Der Stein wurde gesägt, geschliffen oder poliert.

„Bauen im Heiligen Land heißt auch mit anderen Lichtverhältnissen“, sagt Hubertus Hillinger. „Es gibt weltweit kaum Orte, die heller sind als die Gegend rund um den See Genezareth.“ Daher muss das Kloster ausreichend Schatten spenden und die Maueröffnungen sind nach außen klein gehalten. Das Gebäude öffnet sich nach innen. Im Sommer bleibt es kühl, auch wenn die Hitze draußen 40 Grad erreicht; im Winter schützt es vor Kälte. In puncto Baudämmung und Isolation beschritten Peitz und Hillinger neue Wege. „Die mehrschaligen Wände sind 60 Zentimeter dick und die Kühlanlagen brauchen nur einen Bruchteil der dort sonst benötigten Energie“, erklärt Alois Peitz. Die Decken und Dächer statteten sie es mit einer Bauteiltemperierung als „Stille Kühlung“ aus und verwendeten Rohrregister, durch die kaltes Wasser läuft, das die Räume angenehm temperiert. „Die Energiekosten sind gering, weil die Dämmung so gut ist.“ Architekten aus Israel besuchten die Baustelle immer wieder, um Ideen für ihre eigenen Projekte aufzugreifen.

Lesen Sie mehr zum Kloster aus Kalkstein in Israel in STEIN im Mai 2015.