Stabswechsel bei Ardex

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Horst Krause prägte die Unternehmensentwicklung mit

Horst Krause war knapp 40 Jahre bei dem Bauchemie-Spezialisten in Witten tätig, zuletzt als Verkaufsleiter Nord. Zum Ende des Jahres verabschiedet er sich in den Ruhestand – und übergibt die Verantwortung „mit einem guten Gefühl in jüngere Hände

 

Bei Ardex, dem Bauchemie-Spezialisten aus Witten im südlichen Ruhrgebiet, geht eine Ära zu Ende: Horst Krause (64), bislang Verkaufsleiter Nord des weltweit operierenden Herstellers von Zementen, Spachtelmassen, Fliesenklebern und Mörteln, zieht sich nach nahezu vierzig Jahren im Unternehmen in den Ruhestand zurück und übergibt den Stab an Matthias Krohn (48).

Seit 1980 war Krause bei Ardex tätig gewesen, zunächst als Sachbearbeiter im Vertrieb, später als technischer Berater, schließlich im Außendienst. Eine Zeit, in der sich auch das 1949 gegründete Wittener Unternehmen deutlich vergrößerte. Die in Familienbesitz befindliche GmbH eröffnete Zweigbetriebe in mehreren europäischen Ländern sowie im mittleren und fernen Osten, brachte Bodenbelags- und Parkettklebstoffe auf den Markt und etablierte schließlich mit PANDOMO eine neue Sparte mit Oberflächengestaltungssystemen speziell für gehobene architektonische Projekte. Heute gilt Ardex als einer der Weltmarktführer bei hochwertigen Spezialbaustoffen, beschäftigt 2.700 Mitarbeiter und ist in mehr als 50 Ländern präsent. Mitgarant für den Erfolg der konzernfreien Gesellschaft ist allerdings stets auch der unmittelbare Schulterschluss mit ihren Hauptkunden gewesen, dem Fachhandwerk. Der ständige Dialog mit all jenen, die tagtäglich mit den Baustoffen arbeiten, legt bei Ardex die Grundlage für den großen Kenntnisreichtum an Materialien und Verarbeitungsprozessen und ist auch eine zentrale Inspirationsquelle für die Entwicklung neuer Produktsysteme. Die Ära dieser auf Fachkenntnissen gestützten Expansion in den letzten 40 Jahren prägte auch Horst Krause als Verkaufsleiter Nord entscheidend mit.

„Es war eine tolle Zeit bei Ardex, vor allem die Zusammenarbeit mit den vielen verschiedenen Menschen“, resümiert Krause bei der offiziellen Staffelübergabe an seinen Nachfolger. „Nun gebe ich die Verantwortung mit einem guten Gefühl in jüngere Hände.“

Auch sein Nachfolger Matthias Krohn ist bereits seit mehr als einem Jahrzehnt „Ardexianer“: Elf Jahre lang fungierte er als Gebietsleiter Nord für den Bereich Boden/Wand/Decke. Zuvor war der Wirtschaftsfachwirt im Fachgroßhandel und kurzzeitig auch in der Textilindustrie tätig gewesen. Nun freut er sich auf die neue Herausforderung.

 

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Spurensuche auf Slate Islands

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Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein. Foto: Suhrkamp

Der Gedichtband „Schiefern“

Der Gedichtband „Schiefern“ von Esther Kinsky erkundet die Analogie von menschlicher Erinnerung und metamorphem Gestein – eine sinnliche Suche nach Leblosem.

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Der Gedichtband „Schiefern“

Auf der Karte sind es kleine Flecken vor der Westküste Schottlands, so klein, dass es leicht ist, sie zu übersehen. Man muss sie gezielt aufsuchen, um sie zu finden. Man stößt nicht einfach auf sie. Die Inneren Hebriden Schottlands, eine Inselgruppe am oberen Zipfel des Britischen Königreichs, sind eine beliebte Reiseregion. Wer hierherkommt, sehnt sich nach dem Ursprünglichen, dem Wilden, dem Zerklüfteten. Nach salzigem Wind, der sich in Haaren und Kleidung verfängt und sie starr werden lässt. Nach dem Atlantik, dessen Wogen an das schwarze Gestein prallen. Gneise. Granit. Basalt. Schiefer.

Esther Kinsky, Übersetzerin und Lyrikerin und 2018 für „Hain. Geländeroman“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ausgezeichnet, hat dem Schiefer und der Region, in dem das Sedimentgestein jahrhundertelang abgebaut wurde, einen Gedichtband mit dem so einfachen wie bezeichnenden Titel „Schiefern“ gewidmet.

Die Steinbrüche auf Slate Islands sind noch da, die Überbleibsel einer inzwischen stillgelegten Industrie auch. Kinsky begibt sich auf Entdeckungsreise und verpackt ihre Naturbeobachtung in Worte, die rätselhaft zu entziffern sind und hinfortreißen in die Entlegenheit der Inneren Hebriden, zum schwarzen tosenden Meer, über dem der Leser wie ein unsichtbar Schwebender im Gedankenraum treibt, den Kinsky mit ihren Worten spinnt.

Genau dort, in diesem Gedankenraum, sind auch die Analogien zwischen etwas durch und durch Leblosem und Menschlichem zu finden. Nur wenige Menschen stecken in diesem dreiteiligen Band, das Menschliche jedoch fehlt ihm nicht. Es ist sogar ganz erstaunlich, wie sinnlich über Gischt tragende Wellen und „platten mit einer / oberfläche wie versteinerter leiser wellengang“ geschrieben werden kann, ohne in kitschige Romantik abzurutschen.

„Nature Writing“

Natur verleitet bereits seit dem 18. Jahrhundert Schriftsteller dazu, über sie als Hauptprotagonistin zu schreiben. „Nature Writing“ nennen sich im Angelsächsischen die ausschweifenden literarischen Beschreibungen von Bäumen, Wiesen, Blumen, Wolkenbrüchen. Auf Deutsch hat sich der Begriff der „Naturpoesie“ oder auch „Naturlyrik“ eingebürgert. Esther Kinsky sticht seit Jahren mit solcher Naturpoesie in der Literatur hervor.

2013 flicht sie in „Naturschutzgebiet“ ausgehend von einem verwahrlosten Stadtpark vier Gedichtzyklen über Verfall und Wachstum. Ordnet man Kinskys Werk nun der Gattung des „Nature Writing“ zu, widerspricht sie gern. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte sie einmal, sie sähe sich nicht in der Tradition des Nature Writing. Zu diffus sei dieser Begriff, zu ausufernd darin, was er umschließt und was nicht. „Nature Writing“ kann alles sein, sagt sie. Warum dann nicht auch ihre neueste Arbeit „Schiefern“, möchte man entgegenhalten?

Die Schichten der Zeit

Früh fällt in „Schiefern“ das Wort der Erinnerung „als raum der abwesenheiten, bewegt von der durchsichtigen hand unberechenbarer synapsen und unwägbarer verschiebungen von ablagerungen in den langsam entstandenen und vertieften furchen und falten des hirns“. Kinsky geht es um die Schichten der Zeit, die sich über Erinnerungen lagern. Erst ganz sacht, dann deutlicher zieht sie sprachliche Parallelen zwischen menschlichem Gedächtnis und der konservierten Geschichte auf der Oberfläche der Gesteinsbrocken, an der die Gezeiten und Zeiten vorübergingen, über Millionen von Jahren hinweg.

Im Stein liegt das Vergangene konserviert, sie müsse nur anhand seiner Falten abgelesen werden, als wäre der Stein ein alter, lieb gewonnener Greis, dessen verwittertes Gesicht die Spuren des Lebens tragen. Kinsky schreibt von „zeichen ohne hand und fuß / im stein auf die sich keiner / einen reim zu machen weiß / als den größtmöglicher vergangenheit“.

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Information zum Buch

Esther Kinsky: Schiefern.
D: 24,00 Euro
A: 24,70 Euro
CH: 34,50 Schweizer Franken
Erschienen: 23.03.2020
Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-42921-1

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