Anbietervielfalt mit Stärken und Schwächen

Stein Magazin

Wasserstrahlanlagen bieten für Steinmetze zahlreiche Möglichkeiten. Je nach Betriebsgröße und Auslastung können sie als Dienstleistung mit der eigenen Anlage in der Nachbarschaft angeboten oder bei Lohnschneidebetrieben zugekauft werden.

Den Interessenten für eine Wasserstrahlanlage steht eine stattliche Phalanx von Anbietern gegenüber. Diese können zunächst grob in drei Kategorien unterteilt werden: Serienlieferanten, Spezialisten und Komplementär-Anbieter. Letztere fertigen selber keine eigenen Anlagen, sondern kaufen diese oder zumindest die technologische Kompetenz bei anderen Herstellern zu, um im eigenen Maschinen-Portfolio auch die Wasserstrahl-Technologie mitanbieten zu können.

In Branchen wie der Steinverarbeitung (in die je nach Hersteller bis zu 30 Prozent der Anlagen verkauft werden), bei der als erste Maschine nie eine Wasserstrahlanlage, sondern in der Regel zunächst eine Brückensäge angeschafft wird, tun sich Komplementär-Anbieter leichter als beispielsweise in bestimmten Metallverarbeitenden Betrieben, in denen die Wasserstrahl-Technologie unabdingbar ist. Dementsprechend hoch ist die Anzahl der Komplementär-Anbieter in der Steinverarbeitung.

Marco Sascha Woitschek  Intrasiearbeiten
Marco Sascha Woitschek bietet neben dem normalen Lohnschneiden auch Intarsienarbeiten in höchster Qualität in diversen Materialien sowie Materialkombinationen an. (Foto: Michael Spohr)
beleuchtete Glasintrarsie
Von unten beleuchtete Glasintarsie in einer Küchenarbeitsplatte: Zur Veranschaulichung der Wasserstrahl-Möglichkeiten integrierte Marco Sascha Woitschek sein Firmenlogo in die Natursteinplatte. (Foto: Michael Spohr)

Beispiele aus der Industrie

Der aufstrebende Steinmetz-Betrieb nämlich beginnt in der Regel erst über die Investition in eine Wasserstrahlanlage nachzudenken, wenn er bereits über mindestens eine Säge, einen Kantenautomaten, ein CNC-Bearbeitungszentrum und verschiedene andere kleinere Maschinen verfügt. Komplementär-Anbieter versuchen dann mit den Vorzügen gemeinsamer Maschinensteuerungen, nur einem Reparatur- und Servicedienstleister oder ggf. einer Prozessautomation zu punkten.

Branchenbekannte Hersteller wie CMS Brembana oder Thibaut nehmen (mit Tecnocut bzw. LDSA) zusätzlich den Namen ihrer OEM-Hersteller auf den Wasserstrahl-Schneidanlagen mit auf und verweisen damit auf die Herstellerkompetenz.
Spezialisten, also Sondermaschinenbauer wie etwa Ridder und Perndorfer haben sich in der Regel auf bestimmte Branchen spezialisiert, für die sie anforderungsgerechte Spezialmaschinen bauen – sehr individuell und gut, aber nicht eben preiswert. Serienlieferanten schließlich fertigen die kompletten Anlagen – von der Pumpe und das Druckförder-System über den Maschinentisch sowie dem Strahlauffang-Wasserbecken bis zum Schneidkopf (mit Dosierkopf, Wasserstrahl-Ventil, Abrasivkopf und Schneiddüse) – und liefern zumeist auch eine eigene Steuerungssoftware. Auch diese Hersteller gehören in der Regel nicht zu den preisgünstigsten Anbietern, dafür aber zu den Technologieführern.

Fall 1: Intarsienarbeiten mit Präzisonswasserstrahl

Ein Unternehmen, welches – neben verschiedenen CNC-gesteuerten Bearbeitungszentren und konventionellen Maschinen – eine Omax-Brückenanlage für Wasserstrahl-Arbeiten einsetzt, ist die MSW Fertigungstechnik in Weißenthurm bei Koblenz.

Marco Sascha Woitschek, dessen Initialen den Firmennamen ergeben, deckt mit seinem Team ein breites Band von Fertigungsprozessen ab; dabei ist ein Schwerpunkt die Arbeit mit Naturstein und Keramik. Mit Hilfe der abrasiven Wasserstrahl-Schneidtechnik und dem Wissen über die physikalischen Besonderheiten der einzelnen Werkstoffe entstehen im Hause MSW Logos, Wappen oder Schriftzüge als Intarsien aus verschiedenen Materialien, wie Keramik, Naturstein, Glas, Kunststoff und Metall, für Böden und Wände sowie Materialkombinationen und zum Teil noch ergänzt um galvanische Beschichtungen wie beispielsweise Vergoldungen.
Darüber hinaus fertigt MSW Prototypen und Kleinserien aus den verschiedenen Materialien an – wobei die effiziente Wasserstrahl-Anlage mit dem Präzisionsschneidkopf enorm hilfreich ist, besonders individuelle Leistungen anbieten zu können. Und schließlich bietet MSW seinen Kunden selbstverständlich auch Lohnschneiden an.

Marco Sascha Woitschek  Intrasiearbeiten
Marco Sascha Woitschek bietet neben dem normalen Lohnschneiden auch Intarsienarbeiten in höchster Qualität in diversen Materialien sowie Materialkombinationen an. (Foto: Michael Spohr)
beleuchtete Glasintrarsie
Von unten beleuchtete Glasintarsie in einer Küchenarbeitsplatte: Zur Veranschaulichung der Wasserstrahl-Möglichkeiten integrierte Marco Sascha Woitschek sein Firmenlogo in die Natursteinplatte. (Foto: Michael Spohr)

Fall 2: Qualitätsmaßstäbe Stächelin und STM

Ein Unternehmen, das regelmäßig diese MSW-Dienste in Anspruch nimmt, ist die auf Küchenarbeitsplatten spezialisierte P2 Surface GmbH, Untermieter von Woitschek in deren Hallenkomplex, einer ehemaligen Bimserei. Während die Küchenbauer Granit, Quarzkomposit und Keramik von Neolith auf der Brückensäge bearbeiten, geben sie ihre Dekton-Platten lieber zum Wasserstrahl-Schneiden nach nebenan, wo sie auch Ausschnitte für Waschbecken und Kochfelder fertigen lassen.

Seit nahezu einem halben Jahrhundert beschäftigt sich die Stächelin GmbH mit dem Werkstoff Naturstein. Das Erfolgsrezept des 1964 als Betonwerk gegründeten heutigen Spezialisten für hochwertige und exklusive Naturstein-Arbeiten ist der Fokus auf höchste Qualität bei Materialien, Produktion und Design. Das Familienunternehmen setzt daher unter anderem auf ein Wasserstrahl-Schneidsystem – und zwar auf das des österreichischen Herstellers STM Stein-Moser.

Das Portfolio des im Dreiländereck nahe Basel im Landkreis Lörrach angesiedelten Familienunternehmens reicht von Badezimmern und Küchenarbeitsplatten über Garten- und Außenanlagen bis hin zu repräsentativen Lobbys und Empfangsbereichen, die Stächelin für eine Vielzahl an Kunden in Deutschland, Schweiz und Frankreich herstellt. Hierfür werden alle Werkstoffe wie Naturstein, Keramik, Dekton und Quarzkomposit verarbeitet und montiert.

„Ein gut aufgestelltes Naturstein-Unternehmen, welches sich heute natürlich auch mit Keramik und anderen neuen Materialien beschäftigt ist ohne Wasserstrahl-Schneideanlage mit Schwenkkopf nicht mehr konkurrenzfähig“, erklärt Uwe Stächelin, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester Yvette Rathberger-Stächelin in zweiter Generation als geschäftsführender Gesellschafter leitet. Insbesondere beim Zuschnitt der derzeit äußerst beliebten Großkeramikfliesen spiele die Wasserstrahl-Schneidtechnologie Ihre Vorteile aus, erläutert Stächelin. Seit nunmehr 15 Jahren arbeite man mit einem Wasserstrahl-Schneidsystem und verfüge über entsprechend viel Erfahrung mit dem Wasserstrahlschneiden, so der Bildhauer- und Steinmetzmeister.

Vorteile der STM-Wasserstrahlanlagen

Nach vorheriger gründlicher Marktsondierung fiel der Zuschlag für den österreichischen Wasserstrahlschneid-Spezialisten STM aufgrund dessen kompetenter Beratung. Stächelin sieht in den persönlichen Kontakten zu fachkompetenten Personen die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, was STM-Marketingleiter Benjamin Weißhaupt aus Sicht des Maschinenanbieters bestätigt. STM sei hinsichtlich der fachkundigen Ansprechpartner und des ausgereiften Maschinenparks sowie der überschaubaren Firmengröße der ideale Ansprechpartner für Klein- und Mittelbetriebe.

Aber auch der kurzen Wege wegen sowie der Kompaktheit ihrer Maschinen und der Bauweise des um 68 Grad schwenkbaren STM3D68 Schneidkopfes, der bei Stächelin regelmäßig zehn Stunden am Tag im Einsatz ist hat die Stächelin GmbH sich laut Aussage ihres Geschäftsführers für das PremiumCut Wasserstrahl-Schneidsystem entschieden. Und schließlich sei auch die einfache und intuitive Bedienung der SmartCut-Software ein Vorteil, ergänzt Stächelin.

Durch eine kontinuierliche Beratung, Schulung sowie einen umfassenden Ersatzteil- und Wartungsservice stellt STM sicher, dass die Fertigungsprozesse seiner Kunden auch langfristig maximal profitabel bleiben. De facto unterstützt STM seine Kunden von der technischen Beratung, Business-Planung, Musterkalkulation, über die Projektierung von Komplettsystemen, Testverfahren, Spedition, bis hin zu Verkaufstrainings und der Vermittlung von Lohnaufträgen.

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Scuola di Scultura öffnet wieder

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etwa Bildhauen für Fortgeschrittene und Gipsmodelle. Foto: Scuola di Scultura

Am Fuße des Marmorbergs im Tessiner Peccia geht’s wieder los. In Sommer-Kursen wie figürliches Modellieren und Bildhauen für Fortgeschrittene sind Plätze frei.

Im Mai startete die Scuola di Scultura ein Crowdfunding. Denn wegen Corona konnte sie monatelang lang weder Kurse anbieten noch Gäste empfangen. Das angestrebte Fundingziel von 50.000 CHF wurde weit übertroffen. Insgesamt kamen 93.724 CHF zusammen. Seit Anfang Juni gibt die Schule nun wieder Kurse.

In verschiedenen Kursen sind Plätze frei:

Figürliches Modellieren und Gipsabguss

vom 28. Juni bis 3. Juni 2020
Unter der Leitung von  Thomas Hunziker modellieren die Teilnehmenden einen weiblichen Akt in Ton. Sie arbeiten an drei Tagen an dem Modell gearbeitet. Die Figur wird dann mit Gips abgeformt und kann in Gips oder Zement gegossen werden.



Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Resculpting
vom 19. bis 31. Juli
Alle Teilnehmenden bringen eine Fotografie, Zeichnung oder ein Video eines plastischen Werks mit. Unter Anleitung von Kursleiter Roland Hotz meißeln sie die persönliche, soweit wie möglich von Hand, als „Taille-Direct“ in ein Stück Peccia-Marmor.

Gips direkt
vom 2. bis 7. August 2020
In dieser Kurswoche leitet Hansulrich Beer  die Teilnehmenden an, direkt mit Gips Modelle zu gestalten, die später in Stein oder Holz umgesetzt werden können.

Steinbildhauen für Fortgeschrittene – Drehung

vom 16. bis 28. August 2020
In diesen beiden Kurswochen steht das Thema “Drehung” im Fokus. Kursleiter Hans-Peter Profunser leitet die Teilnehmenden an, ihre individuelle Formensprache zu entwickeln und herauszuarbeiten.



Alle Kurse sowie die Anmeldungsformulare finden sich auf der Seite der Schule.

Holz und Stein Hand in Hand

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Jury hat gewählt

Wer im Münchner Großstadttrubel derzeit Entspannung sucht, ist im ruhigen Innenhof des Künstlerhauses am Lenbachplatz genau richtig: Dort sind unter dem Motto „Holz und Stein im Einklang“ noch bis zum 24. November 2017 zehn Stelenskulpturen und elf Steinobjekte ausgestellt.

Entstanden sind sie im Rahmen der Ausbildung an der Münchner Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für Holzbildhauerwerk, die jedes Jahr einen Wettbewerb unter den Schülern ausruft. Neu in diesem Jahr: Holzbildhauer und Steinmetze sollten Hand in Hand arbeiten, und das im wörtlichen Sinne. Ein dreidimensionales Objekt als 230 Zentimeter hohe Stelenskulptur war das Ziel, welches aus mindestens zwei zusammengesetzten Teilen aus den Materialien Holz und Stein bestehen sollte. Beide Materialien sollen sich dabei gegenseitig sowohl formal als auch inhaltlich bedingen, was die Materialwahl, die Oberflächenbearbeitung und das Gesamtbild als schlüssige Einheit angeht.

Die Jury, die aus Mitgliedern der Schule, der Danner-Stiftung, des Diözesanmuseums Freising, der Glyptothek, des Künstlerhauses am Lenbachplatz, Bayerische Nationalmuseums und der Galerie Handwerk HWK für München und Oberbayern bestand, hat insgesamt drei Werke prämiert. Die Wettbewerbe des Kooperationsprojekts der Meisterschule des Holzbildhauerhandwerks und des zweiten Jahrgangs der Fachschule für Steintechnik gewannen zwei Gruppen: Quirin A. Herzinger und Florian Ludwig mit ihrem Werk „Metamorphose Kastanienblatt“ sowie Carolin Hinterseer und Clemens Glaß mit der Skulptur „Lebensfluss“.

„Die Symbiose aus Stein und Holz sieht man hier besonders gut. Der Stein ohne das Holz wäre zu wenig, genauso wie andersrum. Im Gegenteil: Die Weiche des Holzes ergänzt sich wunderbar mit der Härte des Steins“, meint der Gestaltungslehrer an der Fachschule Hartmut Hintner zum Werk „Lebensfluss“.

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Der Innenhof des Münchner Künstlerhauses zeigt derzeit Arbeiten von Schülern der Fachschule für Steintechnik und Meisterschule für das Holzbildhauerwerk. Foto: Friederike Voigt
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Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerbs. Foto: Friederike Voigt
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Einer der Gewinner: „G‘ Foitat“ von Maximilian Taube. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Die horizontalen Linien wurden mit Hand angefertigt. Vorlage für das Objekt war eine Papiertüte. Foto: Friederike Voigt
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„Lebensfluss“ von Carolin Hinterseer und Clemens Glaß ist ebenfalls prämiert worden. Foto: Friederike Voigt
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Detail: Tulpenbauholz und Stein San Sebastian sollen die Natur und das Leben darstellen. Foto: Friederike Voigt

Aus Papier werde Stein

An der Fachschule für Steintechnik ging der Preis im ersten Jahrgangs an Maximilian Taube für seine Arbeit „G ‘ Foitat“. „Vorbild für diese Arbeit war eine gefaltete Papiertüte, die Maximilian dann in Naturstein übertragen hat. So wurde aus etwas Vergänglichem etwas Massives“, so Hintner.

Ein Ausstellungswerk ist bereits verkauft. Die Erlöse gehen zu einem kleinen Teil an die Schule, den Rest bekommt der Schüler. Dieser muss das Werk bei Verkauf allerdings noch einmal für die Schule anfertigen. „Schließlich wollen wir die Ausstellungswerke als Ensemble behalten“, begründet Hintner.

Der kommende Wettbewerb läuft bereits. Die Steinmetzen sowie Holzbildhauer der Schule sind angehalten, eine Krippe aus Naturstein zu gestalten. Auftraggeber ist diesmal das Diözesanmuseum Freising, das ein paar Krippen aufkaufen will. Ab 18. Dezember 2017 werden die Werke in der Karmeliterkirche in München für vier Wochen zu sehen sein.

Über den von der Danner-Stiftung geförderten Wettbewerb lesen Sie einen ausführlichen Bericht in STEIN 3/2017.